Montag, 14. März 2011

Einmal ganz viel Farbe bitte

Mittlerweile habe ich einen echten Farbmarathon hinter mir. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.


Alles Begann am Donnerstag Abend. Ich hatte mir, wie angekündigt, diesmal bei Khadi Henna bestellt. Aus Erfahrung rührte ich 100g an, mit heißem Walnussblättertee. Mit dem Schneebesen versucht ich die Pampe in eine schöne Masse zu verwandeln, vergeblich. Ziemlich schlecht gelaunt stellte ich das Henna auf die Fensterbank und war eigentlich schon wild entschlossen, das nächste Mal wieder die günstige Variante von Duft und Schönheit zu verwenden.


Am nächsten Tag nahm ich mein Henna von der Fensterbank und wärmte es kurz, zusammen mit dem Rest Walnussblättertee, kurz in der Microwelle auf, da es ja heißt, warm färbt das Henna besser. Und dann geschah etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Die Konsistenz des Hennas hatte sich über Nacht rapide verbessert. Ich kippte noch etwas von dem Tee und dem Zucker rein und hatte eine wunderbare Masse, die praktisch danach schrie auf mein Haar aufgetragen zu werden. Es funktionierte auch ganz wundervoll!


Da ich mich nicht sofort motivieren konnte das Henna wieder auszuspülen, wirkte es über 6 Stunden auf meinem Kopf. Um halb zehn Abend konnte ich mich dann endlich aufraffen, alles wieder runterzuspülen. Ließ sich auch wunderbar machen.


Das Ergebnis war jedenfalls sehr Farbintensiv und brachte meine Weißlinge richtig schön raus. Allerdings hatte der Ansatz die Farbe auch wesentlich besser angenommen als die Längen. Ich vermute, dass die restliche Chemiefarbe schuld ist. Was allerdings auch deutlich zu sehen ist, dass es sich um ein sehr warmes rot handelt. Ich mag kühle Rottöne lieber.




Direkt nach diesem Bild kam die nächste Ladung PHF auf mein Haupt, diesmal Khadi dunkelbraun. Ziel war es, die Weißen noch besser abzudecken und das Rot abzumildern, auf einen Schimmer, am besten einen kühlen Schimmer. Die Farbe ließ sich wie immer gut auftragen und ich bin mit 65g ausgekommen, war sogar ein bißchen zuviel.


Diese Ladung durfte dann 3 Stunden einwirken. Die Haare sind nun fast schwarz, die weißen dunkelrot, also nicht komplett weg, aber wesentlich weniger sichtbar. Nach der ersten Wäsche gibts dann Farbbilder. Fest steht allerdings, keine Experimente mehr, nur noch PHF von Khadi.



Montag, 17. Januar 2011

Ich weiß nicht, was ich will...

Nachdem das Henna kaum nachgedunkelt ist, zumindest nicht bei den Weißlingen und ich Kupfer eigentlich nicht so die tolle Farbe finde (zumindest für mich), beschloss ich im Laufe des Tages, dass ich heute Abend mit Khadi Dunkelbraun drüber gehen würde.


Kurze Rücksprache mit meinem Chemieteufelchen und wir kamen überein, eine erneute Natronwäsche würde das Henna angreifen, eine saure Wäsche aber die Schuppenschicht nicht öffnen. Also einfach normal mit einem Shampoo waschen, in dem Fall Alverde Glanz Poo (muss eh leer werden). Ich also ab unter die Dusche, Haare gewaschen, trocknen lassen und dann... Ja dann schaute ich in den Spiegel, sah, dass die Längen mittlerweilen nen Rotschimmer haben, der eigentlich sehr schön aussieht und das Kupfer eigentlich kaum zu sehen ist und während ich wehmütig auf das schöne Rot schaue wird mir klar, dass ich heute abend nicht färben werde. Trotzdem bin ich nicht 100% zufrieden, ich hätte das Rot gerne ein bißchen kühler, dunkler, Rotweinmäßiger... Tja, sieht so aus, als würde es demnächst auf meinem Kopf spannend werden, bis ich wieder mal eine glücklich Farbe hab...


Ansonsten muss ich vermelden, dass ich auch wieder am Nägel lackieren bin. Allerdings hab ich sie gestern komplett runterfeilen müssen und hab nur schnell eine Schicht vom OPI Glitzerland draufgeknallt. So sieht es auch aus, kurz, furchtbar. Deswegen auch keine Bilder. Aber ich werde die kurzen Nägel nutzen und im Laufe der nächsten Wochen mal schöne swatches von meinen ganzen Farben reinstellen. Und ihr dürft den Nägeln beim wachsen zuschauen.

Ach ja, außerdem hab ich endlich mal alle Bilder meiner Hairtoychallenge in meine Präsentation eingepflegt. Wer also alles nochmal sehen will, einfach runterscrollen und genießen.

Sonntag, 16. Januar 2011

Mein erstes Mal - Mit Henna

Gestern war der große Tag, nach einer halben Ewigkeit habe ich mich dazu entschlossen, mal wieder meine Haare zu färben. Wurde auch dringend nötig, mein Ansatz sah nämlich mittlerweile so aus:



Naja, die Planung zog sich etwas hin, da ich unbedingt einen Rotschimmer in den Haaren haben wollte und die Frage war, wie ich nun am Besten vorgehe. Ich habe mich dann dafür entschieden, mich an Henna zu versuchen. Gesagt, getan, ich also meine willige Sklavin zu Duft und Schönheit geschickt und 100g Henna kaufen lassen. Na gut, OK, die willige Sklavin ist eigentlich ne liebe Freundin die eh hin musste. Übrigens, keine Panik, das Henna gibts auch online zu bestellen.


Klick mich, ich bin ein verzauberter Link


Angerührt habe ich das Henna Freitag Abend mit Walnussblättertee, weil eine Freundin meinte, es würde das Orange ein bißchen abmildern. Den Tee hab ich aus der Apotheke, leider verkaufen die den nur in 250g Portionen. Ich überlege allerdings, ob man ihn zum Rinsen nehmen kann, um Farbe zu intensivieren. Mal schauen.


Am nächsten Morgen gabs ne Natronwäsche mit Alverde Glanz Shampoo. Eine Natronwäsche, die ich als positiv empfand, weil die Haare trotz extrem basischen PH-Wert (über 7,4) sich nicht so angegriffen fühlten wie sonst. Obs daran liegt, dass ich diesmal kein ED und somit keine Seife benutzt habe? Wäre interessant, wenn meine Haare besonders ungut auf Seife zu sprechen sind.


Nachdem die Haare trocken waren, hab ich dem Henna noch etwas Zucker zugeführt und gerührt ohne Ende, leider wurde die Konsistenz nicht besser. Dennoch machte ich mich ans auftragen. Allerdings wurde ich dabei halb wahnsinnig, weil es nichts mit dem sonstigen, einfachen auftragen der PHF zu tun hatte. Das Henna war ziemlich bröselig und unkooperativ. Nach 30 Min hatte ich endlich alles auf dem Kopf und konnte warten.


4 Stunden später gings ans auswaschen, das noch schlimmer war als das Auftragen. Überall Brösel, die nicht rauswollten. Nach einer gefühlten Ewigkeit war der ganze Mist endlich draußen und ich hatte schon Angst, dass es nicht gefärbt hat. Mit dem Turban auf dem Kopf wartete ich, bis die Haare etwas trocken waren, um das Ergebnis zu betrachten. Ängstlich blickte ich also in den Spiegel uuuuuund: Sie waren rot! Naja, oder orange, zumindest gefärbt, was mir fürs erste reichte.


Ergebnis:




Insgesamt sieht man, dass vor allem die Grauen die Farbe gut angenommen haben, die Längen scheinen sich relativ unbeeindruckt davon zu zeigen, hier warte ich allerdings noch den Sonnentest ab. Das Bild zeigt den Orange-Stich ziemlich extrem, im Spiegel sieht es bei weitem nicht so krass aus, werde mir das heute auch noch von einer Freundin bestätigen lassen. Was jedoch sehr schön geworden ist, ist der Glanz der Haare.


Beurteilung des Hennas:
Leider bröselig, deswegen mies aufzutragen und mies auszuwaschen, Farbergebnis ist allerdings zufriedenstellend und der Preis unschlagbar günstig. Von mir gibts ein ausreichend, weil mir auch der Färbekomfort wichtig ist. Beim nächsten Mal werde ich das Khadi Henna testen.


Allerdings werde ich auch weiterhin Kundin bei Duft und Schönheit bzw. Brennessel sein, einfach, weil es hier alle möglichen Rohstoffe, Öle etc ziemlich günstig gibt.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Haircare - Ansatz färben mit PHF

Heute hatte ich ein großes Projekt. Ansatz färben. Ich färbe jetzt seit bald einem Jahr meine Haare mit PHF, Pflanzenhaarfarbe. Ich verwende von Khadi das Dunkelbraun, das eigentlich den Namen Schwarzbraun tragen müsste, jedenfalls harmoniert der Farbton ideal mit meiner NHF (Naturhaarfarbe). Ich hatte davor über ein Jahr versucht mich mit meinen weißen Haaren abzufinden, leider erfolglos. Mit der PHF bekomm ich sie nicht dunkel, aber zu einem schönen Goldton, der mir sehr gut gefällt zwischen den braunen Haaren. Im Augenblick kann ich jedenfall sehr gut damit leben.

Für PHF habe ich mich entschieden, da ich an meinem Kopf eigentlich nur noch Naturkosmetik lasse und meinen Haaren die Strapazen einer chemischen Färbung ersparen wollte. Im Nachhinein hat sich für mich herausgestellt, dass PHF DIE Färbemethode ist, davon im Laufe des Berichts mehr. Menschen, die mit herkömmlicher Kosmetik pflegen (Fructis, Pantene etc) würde ich von PHF abraten. Sie wird vermutlich keinerlei Wirkung zeigen, da die Haare durch Silikone verklebt sind. Ich will hier gerade nicht näher auf das Thema eingehen, das Netz bietet genug Material zum diesem Komplex, vielleicht schreib ich irgendwann noch einen Artikel dazu.

So, aber eigentlich wollte ich erzählen, wie ich färbe :)

Zunächst, das Grundmaterial, ohne das in meinen Augen gar nichts läuft:





Zu sehen ist Natron, Khadi PHF Dunkelbraun, Zucker und mein Auftragpinsel

Bevor ich färbe, wasche ich meine Haare um alles an Fett zu entfernen. Dazu mische ein wenig Natron in mein verdünntes Shampoo, um die Schuppenschicht der Haare etwas aufzurauen und eine bessere Färbewirkung zu erzielen. Natron wird auch für Reinigungswäschen benutzt, hier sollte aber im Anschluss eine saure Rinse (Wasser mit einem Schuss Zitrone oder Essig) genutzt werden, um die Schuppenschicht wieder zu schließen. Nach dem Waschen lasse ich die Haare komplett trocknen, dann lässt sich die PHF besser auftragen, weil die Haare sich besser entwirren lassen.

Sobald die Haare trocken sind, mische ich die PHF. Im Pulverzustand sieht das dann etwa so aus:




Ich gieße nun Wasser dazu (kalt! Da Dunkelbraun einen Indigoanteil hat, sollte es lieber kalt angerührt werden, rührt man Indigo zu heiß an, verliert es seine Wirkung) und verühre das Pulver mit dem Wasser, bis ich einen schönen Brei hab. Ich habe hier keine feste Menge an Wasser, sondern mache das frei Schnauze nach Gefühl. Ergebnis ist das hier:




Viele beschweren sich darüber, dass die Konsistenz von PHF nicht schön ist und sich die Farbe schwer auftragen lässt. Eine gute Freundin gab mir den Tipp, einfach einen Esslöffel Zucker dazu zu geben und ich finde, man kann auch sehen, dass die PHF davon cremiger wird.




Es gibt ne Menge Dinge, die man in PHF reinmachen kann, vor allem im Bezug auf Henna gibt es so viele unterschiedliche Rezepte, dass einem schwindlig wird. Ich fahre mit der nur Wasser und Zucker Methode sehr gut und habe nicht vor, das zu ändern.

Meine Haare teile ich dann zunächst in drei oder vier große Partien. Diesmal waren es vier, aber irgendwie war ich davon nicht überzeugt, hab das Gefühl, am Scheitel haben die Haare weniger Farbe abbekommen, aber das lässt sich ja zum Glück mit den Resten noch ein bißchen ausgleichen. Ich hab dann meist lustige Frisuren, wie diese hier:




Ich färbe immer zuerst die Rückseite ein, da ich sonst wahrscheinlich innerhalb von kurzer Zeit meinen ganzen Arm eingesaut hätte. Ich teile mit dem Stil von meinem Pinsel eine Strähne nach der anderen ab und Pinsel die Farbe an den Ansatz. Das geht im Grunde nach Gefühl, mit sehen ist leider nicht viel. Wenn ich den vorderen Bereich mache, geht das wesentlich besser. Dennoch ist die Farbe auch hinten immer schön gleichmäßig. Wahrscheinlich, weil ich meinen Kopf, wenn ich mit dem Ansatz fertig bin, über die Wanne hänge und alles nochmal schön durchmassiere, um die Farbe gut zu verteilen. Die Restliche PHF (für den Ansatz nehm ich 50 g) verteil ich dann noch bißchen auf dem Kopf an Stellen, wo ich das Gefühl habe, dass sie nicht genug abbekommen haben und ein wenig in die Längen. Die Längen bekommen hauptsächlich was ab, damit ich den Dutt danach gut auf dem Kopf zum halten bekomme. Farblich sieht man da keinen Unterschied, PHF hält und hält und hält eben. Hier ein paar Bilder:




Ganz wichtig: Danach die Haare in Frischaltefolie wickeln. So bleibt die PHF feucht und färbt fleißig.




Ich wickel mir dann noch ein Handtuch um den Kopf


und kuschel mich dann in meinen kuscheligen, aber nicht zeigbaren Kuschelbademantel, dessen Kapuze ich auch noch drüber ziehe. So bleibt auch alles schön warm und es droht keine Erkältung.

Das ganze lassen ich dann meist 3 Stunden einwirken und spüle es danach nur mit Wasser aus. Durch den Zucker lässt sich die PHF wohl auch besser ausspülen. Danach dürfen die Haare trocknen und die nächsten 48, meist sogar 72 Stunden kommt weder Shampoo, noch Condi, noch Öl an meine Haare. So hat die Farbe Zeit und Ruhe sich fertig zu entwickeln und festigen.

Bilder vom Ergebnis werde ich dann morgen nachliefern.