Heute hatte ich ein großes Projekt. Ansatz färben. Ich färbe jetzt seit bald einem Jahr meine Haare mit PHF, Pflanzenhaarfarbe. Ich verwende von Khadi das Dunkelbraun, das eigentlich den Namen Schwarzbraun tragen müsste, jedenfalls harmoniert der Farbton ideal mit meiner NHF (Naturhaarfarbe). Ich hatte davor über ein Jahr versucht mich mit meinen weißen Haaren abzufinden, leider erfolglos. Mit der PHF bekomm ich sie nicht dunkel, aber zu einem schönen Goldton, der mir sehr gut gefällt zwischen den braunen Haaren. Im Augenblick kann ich jedenfall sehr gut damit leben.
Für PHF habe ich mich entschieden, da ich an meinem Kopf eigentlich nur noch Naturkosmetik lasse und meinen Haaren die Strapazen einer chemischen Färbung ersparen wollte. Im Nachhinein hat sich für mich herausgestellt, dass PHF DIE Färbemethode ist, davon im Laufe des Berichts mehr. Menschen, die mit herkömmlicher Kosmetik pflegen (Fructis, Pantene etc) würde ich von PHF abraten. Sie wird vermutlich keinerlei Wirkung zeigen, da die Haare durch Silikone verklebt sind. Ich will hier gerade nicht näher auf das Thema eingehen, das Netz bietet genug Material zum diesem Komplex, vielleicht schreib ich irgendwann noch einen Artikel dazu.
So, aber eigentlich wollte ich erzählen, wie ich färbe :)
Zunächst, das Grundmaterial, ohne das in meinen Augen gar nichts läuft:
Zu sehen ist Natron, Khadi PHF Dunkelbraun, Zucker und mein Auftragpinsel
Bevor ich färbe, wasche ich meine Haare um alles an Fett zu entfernen. Dazu mische ein wenig Natron in mein verdünntes Shampoo, um die Schuppenschicht der Haare etwas aufzurauen und eine bessere Färbewirkung zu erzielen. Natron wird auch für Reinigungswäschen benutzt, hier sollte aber im Anschluss eine saure Rinse (Wasser mit einem Schuss Zitrone oder Essig) genutzt werden, um die Schuppenschicht wieder zu schließen. Nach dem Waschen lasse ich die Haare komplett trocknen, dann lässt sich die PHF besser auftragen, weil die Haare sich besser entwirren lassen.
Sobald die Haare trocken sind, mische ich die PHF. Im Pulverzustand sieht das dann etwa so aus:
Ich gieße nun Wasser dazu (kalt! Da Dunkelbraun einen Indigoanteil hat, sollte es lieber kalt angerührt werden, rührt man Indigo zu heiß an, verliert es seine Wirkung) und verühre das Pulver mit dem Wasser, bis ich einen schönen Brei hab. Ich habe hier keine feste Menge an Wasser, sondern mache das frei Schnauze nach Gefühl. Ergebnis ist das hier:
Viele beschweren sich darüber, dass die Konsistenz von PHF nicht schön ist und sich die Farbe schwer auftragen lässt. Eine gute Freundin gab mir den Tipp, einfach einen Esslöffel Zucker dazu zu geben und ich finde, man kann auch sehen, dass die PHF davon cremiger wird.
Es gibt ne Menge Dinge, die man in PHF reinmachen kann, vor allem im Bezug auf Henna gibt es so viele unterschiedliche Rezepte, dass einem schwindlig wird. Ich fahre mit der nur Wasser und Zucker Methode sehr gut und habe nicht vor, das zu ändern.
Meine Haare teile ich dann zunächst in drei oder vier große Partien. Diesmal waren es vier, aber irgendwie war ich davon nicht überzeugt, hab das Gefühl, am Scheitel haben die Haare weniger Farbe abbekommen, aber das lässt sich ja zum Glück mit den Resten noch ein bißchen ausgleichen. Ich hab dann meist lustige Frisuren, wie diese hier:
Ich färbe immer zuerst die Rückseite ein, da ich sonst wahrscheinlich innerhalb von kurzer Zeit meinen ganzen Arm eingesaut hätte. Ich teile mit dem Stil von meinem Pinsel eine Strähne nach der anderen ab und Pinsel die Farbe an den Ansatz. Das geht im Grunde nach Gefühl, mit sehen ist leider nicht viel. Wenn ich den vorderen Bereich mache, geht das wesentlich besser. Dennoch ist die Farbe auch hinten immer schön gleichmäßig. Wahrscheinlich, weil ich meinen Kopf, wenn ich mit dem Ansatz fertig bin, über die Wanne hänge und alles nochmal schön durchmassiere, um die Farbe gut zu verteilen. Die Restliche PHF (für den Ansatz nehm ich 50 g) verteil ich dann noch bißchen auf dem Kopf an Stellen, wo ich das Gefühl habe, dass sie nicht genug abbekommen haben und ein wenig in die Längen. Die Längen bekommen hauptsächlich was ab, damit ich den Dutt danach gut auf dem Kopf zum halten bekomme. Farblich sieht man da keinen Unterschied, PHF hält und hält und hält eben. Hier ein paar Bilder:
Ganz wichtig: Danach die Haare in Frischaltefolie wickeln. So bleibt die PHF feucht und färbt fleißig.
Ich wickel mir dann noch ein Handtuch um den Kopf
und kuschel mich dann in meinen kuscheligen, aber nicht zeigbaren Kuschelbademantel, dessen Kapuze ich auch noch drüber ziehe. So bleibt auch alles schön warm und es droht keine Erkältung.
Das ganze lassen ich dann meist 3 Stunden einwirken und spüle es danach nur mit Wasser aus. Durch den Zucker lässt sich die PHF wohl auch besser ausspülen. Danach dürfen die Haare trocknen und die nächsten 48, meist sogar 72 Stunden kommt weder Shampoo, noch Condi, noch Öl an meine Haare. So hat die Farbe Zeit und Ruhe sich fertig zu entwickeln und festigen.
Bilder vom Ergebnis werde ich dann morgen nachliefern.
Labels: Haare färben, Haarpflege, Khadi, PHF Pflanzenhaarfarbe